ZDH

Das Handwerk ist (Über)All !

Rostock, Neubrandenburg 30.09.2010

Das Handwerk in der Milchstraße

Auf Plakatwänden in ganz Deutschland ist zurzeit die Botschaft des Handwerks zu lesen: „Sie finden uns in der Seitenstraße, in der Hauptstraße und sogar in der Milchstraße.“ Die Imagekampagne des deutschen Handwerks macht damit auf die wichtige Rolle aufmerksam, die Handwerker auch in der Luft- und Raumfahrt spielen. Vom Feinwerkmechaniker bis zum Modellbauer sind Handwerker an vielfältigen Stationen der Entwicklung und Herstellung von Luft- und Raumfahrtprodukten beteiligt.

Die moderne Raumfahrttechnik ist ohne handwerkliche Dienstleistungen nicht denkbar. Was in der Forschung theoretisch entsteht, wird von spezialisierten Handwerkern praktisch umgesetzt. Bei den Fertigungsprozessen, die auf den Hundertstel Millimeter genau ausgeführt werden müssen, ist Qualitätsarbeit gefragt. Dafür sind fachgerecht ausgebildete Handwerker entscheidend.

 Metallbauer und Feinwerkmechaniker sowie viele weitere Handwerker fertigen die Raumfahrtprodukte an, die in den Köpfen der Wissenschaftler entstanden sind. Sie stellen entscheidende Präzisionsteile her, die auch nach über 46 Millionen Kilometern Reise noch einsatzfähig sind und bei minus 150 sowie plus 100 Grad funktionieren müssen.

Bis ein Produkt in der Raumfahrt zum Einsatz kommt, erstellen Handwerker zunächst unzählige Modelle. Diese so genannten „MockUps“ werden von ausgebildeten Modellbauern nach den Vorgaben der technischen Zeichner erstellt. Sobald die Modelle erfolgreich getestet wurden, starten die Handwerker mit dem Nachbau im Maßstab 1:1.

Das Gefühl, seine eigenen handwerklichen Erzeugnisse in den Weltraum zu verabschieden, ist einem Handwerksunternehmen aus Berlin bestens vertraut. Mit dem Single Picosatellite Launcher (SPL) hat die Firma am Berliner Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine zukunftsweisende Transportmöglichkeit entwickelt, um Satelliten in die Erdumlaufbahn zu katapultieren. Die Materialauswahl und Verarbeitung des „Satelliten Containers“ stellt hohe Anforderungen an die Handwerker, da dieser beim Startvorgang einem extremen Druck- und Hitzezustand ausgeliefert ist. Nur wenn er diesen übersteht, kann er seine wertvolle Fracht in über 500 Kilometern Höhe behutsam in den Orbit entlassen.

Die vorgestellten Beispiele zeigen stellvertretend für eine Vielzahl von Gewerken auf, welche wichtige Rolle das Handwerk in der Luft- und Raumfahrttechnik spielt und untermauern den Slogan auf den Plakaten der Imagekampagne des deutschen Handwerks: „Sie finden uns in der Seitenstraße, in der Hauptstraße und sogar in der Milchstraße“.