Handwerk sichert Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern

Das Handwerk in Mecklenburg – Vorpommern ist mit seinen rund 20 000 kleinen und mittleren Betrieben einer der größten Ausbilder und trägt in der Region maßgeblich zur Fachkräftesicherung bei. Landesweit erlernen derzeit 7661 Jugendliche einen Handwerksberuf. In diesem Jahr haben bereits 817 Mädchen und Jungen einen Berufsausbildungsvertrag im Handwerk abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Neuverträge für das 1. Ausbildungsjahr relativ stabil. 150 Handwerksberufe bieten Jugendlichen mit unterschiedlichen schulischen Voraussetzungen berufliche Chancen. „Jeder Jugendliche wird gebraucht! Diese Kernbotschaft verbindet alle Partner am Ausbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern“, so Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Diese gemeinsame Botschaft dürfe nach seinen Worten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Wettkampf um motivierte Ausbildungsplatzbewerber zwischen Bundesländern, Regionen und Branchen weiter verstärken wird.

 „Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung sind im Handwerk angekommen. So werden derzeit über die Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern 570 freie Ausbildungsplätze in allen Branchen und Regionen des Landes angeboten. Das Bild auf dem Ausbildungsmarkt hat sich stark gewandelt. War es vor einigen Jahren noch schwer, in den Traumberufen wie im Kfz – oder Elektrotechnikerhandwerk eine Lehrstelle zu finden, so suchen jetzt ebenfalls diese Gewerke wie auch Bootsbauer, Segelmacher, Bäcker oder Tischler fachlichen Nachwuchs“, betont Uwe Heiseler für die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in MV.

Die Handwerkskammern bieten deshalb im Rahmen der bundes- und landesweiten Imagekampagnen des Handwerks über ausbildungsfördernde Projekte, Ausbildungsaktionen und ein aktives Schulmarketing Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich rechtzeitig und praxisnah über die Berufsprofile im Handwerk zu informieren und in den Werkstätten der Handwerkerbildungszentren die Fertigkeiten zu testen.

Abschließend appelliert Jürgen Goecke an alle Personalverantwortlichen: „Geben Sie auch motivierten Schülerinnen und Schülern mit nicht so guten Noten eine Chance. Diese Bewerber werden häufig auf 'den zweiten Blick zur ersten Wahl'.  Mit unseren ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) können schwächere Jugendliche gezielt während der Ausbildung  -  über Förderunterricht und individuelles Training - unterstützt werden. Über 1.000 Plätze, deren Zahl wir bei Bedarf noch erhöhen können, stehen landesweit zur Verfügung.“

 

Ausbildungsmarkt in Mecklenburg Vorpommern - Juni 2010:

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 4.503,
Vergleich Juni 2009: + 448 / + 11,0 Prozent.

(Darunter sind aktuell aus dem Handwerk u.a. 69 Ausbildungsplätze für Metallbauer, 82 für Friseure und 58 für Bäcker.)

 

Unversorgte Bewerber/-innen: 3.696,
Vergleich Juni 2009: - 1.030 / - 21,8 Prozent