Verkehrskonzept der Stadt muss wirtschaftsfreundlich sein

Rostock, 24. Oktober 2013


Wirtschaft braucht Mobilität. Immer häufiger staut sich indes der Verkehr in und um Rostock herum. Anlass für die IHK zu Rostock und die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, zu einer gemeinsamen Regionalkonferenz für die Region Rostock einzuladen. Die Veranstaltung in der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern bot Unternehmern, Vertretern der Stadt und Kommunalpolitikern eine gute Plattform, über Verkehrslösungen zu diskutieren. Ziel war es dabei, in der Region Rostock Wirtschaft und Verkehr bestmöglich unter einen Hut zu bekommen.

„In und um Rostock sind allein mehr als 3.500 Handwerksbetriebe täglich auf intelligente Verkehrssysteme angewiesen. Der Faktor `Verkehr` hat somit einen direkten Einfluss auf die Kostenstruktur, die Umsatzentwicklung und die gesamte Unternehmenslogistik eines Betriebes. Die Mobilität, d.h. Verkehrsanlagen, intelligente Verkehrssysteme und die Parkmöglichkeiten im Nahbereich bis zu einem effizienten Baustellenmanagement sind für die Unternehmer somit von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung“ erklärte Uwe Heiseler, Vizepräsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) in seiner Eröffnungsrede.

„Trotz immer schadstoffärmerer Technik rückt der Verkehr jedoch zuneh-mend in den Fokus der Umweltpolitik. Andere Regionen und Städte zeigen, dass der Verkehr mit Verboten und Verteuerungen wie Umweltzonen belastet wird. Dies hat oft wenig Erfolg für die Umwelt, aber gravierende Folgen für die Wirtschaft. Eine Umweltzone wäre daher klar abzulehnen“, so der HWK-Vizepräsident, der auch Vorsitzender des regionalen Verkehrsausschusses der IHK zu Rostock ist.

IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen betonte in seinem Grußwort, dass keine Stadtentwicklung ohne Wirtschaft denkbar sei. „Eine starke Stadt geht nur mit einer leistungsfähigen Wirtschaft“, hier gelte es also, gemeinsam Stadt- und Wirtschaftsentwicklung zu gestalten. Claus Ruhe Madsen: „Die Wirtschaft braucht neben dem Oberbürgermeister auch einen Kümmerer in der Verwaltung. Wir haben einen Umweltsenator, wir haben vielleicht bald einen Finanzsenator, einen Kultursenator und einen Sozialsenator. Einen Senator, der sich um die Wirtschaft kümmert, haben wir nicht.“

Madsen unterstrich, dass die Wirtschaft entscheidend für den Stadthaushalt sorgt. Allein der Anteil der Gewerbesteuer an den Rostocker Steuereinnahmen betrage etwa 50 Prozent. Dementsprechend sei die Wirtschaft auch in Planungen eng mit einzubeziehen.

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling und Tiefbauamts-Chef Heiko Tiburtius betonten, dass in der Vergangenheit viele Maßnahmen umgesetzt wurden und gaben einen Ausblick, wie das künftige Verkehrskonzept der Stadt gestaltet werden soll. Die Kammern forderten, dass der Wirtschaftsverkehr bei der Fortschreibung angemessen berücksichtigt wird.

Neben Fachvorträgen zur „Stadtentwicklung und Verkehr“ und zum „Integrierten Gesamtverkehrskonzept der Hansestadt Rostock zum Mobilitätsprogramm Zukunft“ gab es als Bonbon noch einen Ausblick auf das Doppeljubiläum von Stadt und Universität 2018/2019. Dr. Andrea Bärnreuther präsentierte, welche Ideen in „Rostock – Hafen der Wissenschaften“ stecken.

 

Ansprechpartner:

Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern
Anne-Kathrin Klötzer
Tel.: 0381 4549-121

IHK zu Rostock
Sabine Zinsgraf
Tel.: 0381 338-700