HWK OMV

Wirtschaftliche Situation im Handwerk hat sich erholt

Rostock, Neubrandenburg, 1. Oktober 2010






Die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) zeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation im regionalen Handwerk deutlich erholt hat. Die Aufhellung schlägt sich, wenn auch langsam, in den Auftragsbüchern der meisten Gewerke nieder. In den wichtigen Indikatoren wie Geschäftslage, Auftragslage und Umsatzentwicklung ist das Niveau des Frühjahres 2010 deutlich überschritten worden, wobei aber zwischen den Handwerksgewerben weiterhin Differenzierungen auftreten. Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Frühjahr 2010 gestiegen und erreichte das beste Ergebnis der letzten 10 Jahre.

Die regionalen Handwerksunternehmen besinnen sich auf ihre Stärken, innovativ und nah am Kunden Marktpotenziale auszuloten und blicken daher optimistisch in die Zukunft. Beleg für die solide wirtschaftliche Entwicklung im Kammerbezirk Ostmecklenburg-Vorpommern ist die stabile und kontinuierliche Steigerung der Anzahl der Mitgliedsbetriebe. Gab es am 31.12.2009 12.273 eingetragene Handwerksbetriebe, so ist die Zahl zum 30.08.2010 um 132 auf 12.405 angestiegen.

„Die Ergebnisse der Umfrage stimmen zuversichtlich. Jetzt kommt es darauf an, diese Entwicklung zu verstetigen. Dies bedeutet, dass die Binnennachfrage, die im Gegensatz zum Export noch recht verhalten ist, weitere Impulse erhalten muss. Dies ist vor allem für die Dienstleistungshandwerke von großer Bedeutung“, so Claudia Alder, Hauptgeschäftsführerin der HWK. Erfreulich ist nach ihren Worten, dass sich auch im Bauhandwerk die Geschäftslage in den Sommermonaten verbessert habe. Hier sei die stabilisierende Wirkung der Konjunkturprogramme von Bund und Land zu erkennen. Investitionen und die Fortsetzung der künftigen Förderung der energetischen Gebäudesanierung in möglichst ungekürztem Umfang seien wichtige flankierende Maßnahmen. Jedem Euro vom Staat folgen allein bei der CO2-Gebäudesanierung neun privat investierte Euro in Klimaschutz und Energieeinsparung.

„Jetzt kommt es zugleich darauf an diese Leistungen und das Zukunftspotential der Handwerksunternehmen verstärkt auch in der Öffentlichkeit und bei den Jugendlichen – dem fachlichen Nachwuchs von morgen - zu verdeutlichen. Wir freuen uns deshalb, dass mit dem `Handwerkerpaket` des Wirtschaftsministeriums zugleich die landesweite Imagekampagne des Handwerk um zwei Jahre verlängert wurde“, so die Hauptgeschäftsführerin.

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage im Überblick:

Die derzeitige Geschäftslage wird von der überwiegenden Zahl der Betrieb als gut und befriedigend beurteilt. Nur 13 Prozent der Betriebe bewerten die Geschäftslage als schlecht. Schlechte Bewertungen kommen insbesondere aus dem Kfz-Gewerbe (24%) und aus dem Dienstleistungsgewerbe (20%). Dagegen sehen mehr als die Hälfte der Betriebe des Bauhauptgewerbes (57%) und der Betriebe des Ausbaugewerbes (52 %) die derzeitige Geschäftslage als gut an.

Der derzeitige Auftragsbestand der Betriebe befindet sich über dem Niveau des Sommers 2009 und des Frühjahres 2010. Von dem Gros der Betriebe (81 %) wird er als gleichbleibend bzw. steigend bezeichnet (Sommer 2009: 63%). Im Kfz-Gewerbe gab noch immer rund ein Drittel der befragten Betriebe (29 %) einen gesunkenen Auftragsbestand an. Positive Einschätzungen zu den Auftragsbeständen geben u.a. das Bauhauptgewerbe und das Gesundheitsgewerbe ab. Bei 48% der Betriebe (Sommer 2009 36%) reichen die Auftragsbestände 8 und mehr Wochen.

Die derzeitige Betriebsauslastung hat sich im Vergleich zum Sommer 2009 verbessert. Jeder zweite Befragte meldet eine 81-100%ige Auslastung. Andererseits melden 10% der Betriebe eine Auslastung von weniger als 50%. Die beste Auslastung zeigt das Bauhauptgewerbe; 75 % dieser Betriebe melden eine 81-100%ige Auslastung. Die geringste Betriebsauslastung ist im Dienstleistungshandwerk zu erkennen. Hier werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die zurückhaltende Konsumneigung der Bevölkerung bemerkbar.

Die Quartalsumsätze sind im Vergleich zum Sommer 2009 gestiegen und liegen ebenfalls über dem Niveau des Frühjahres 2010. Nur rund 19% der Betriebe müssen nach eigenen Angaben gesunkene Umsätze gegenüber dem Vorquartal hinnehmen, jeder zweite Befragte hingegen gibt konstante Umsätze an. Die höchsten Rückgänge sind in Betrieben des gewerblichen Bedarfes und im Kfz-Gewerbe zu verzeichnen.

Die derzeitige Beschäftigungssituation im Vergleich zum Vorquartal ist in den Betrieben nach wie vor stabil. 74% der Befragten hielten die Mitarbeiteranzahl konstant. Immerhin 18% der Betriebe haben Neueinstellungen, aber nur 8% haben Entlassungen im letzten Quartal vorgenommen. Die meisten Entlassungen wurden im Dienstleistungsgewerbe gemeldet.

Die Investitionstätigkeit der Betriebe ist im Vergleich zum Vorquartal leicht gestiegen. 67% haben ihre Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorjahr auf stabilem Niveau gehalten oder erhöht (Sommer 2009 51%). Eine überdurchschnittliche Investitionstätigkeit ist im Gesundheitshandwerk, eine deutliche Zurückhaltung der Investitionstätigkeit ist im Dienstleistungsgewerbe zu verzeichnen.

 

Prognosen

Die zunehmend positiveren Konjunkturimpulse lassen das Handwerk zuversichtlich in die Zukunft schauen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Prognosen zur Geschäftslage und zum Ertrag deutlich verbessert.

Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass die erwartete Geschäftslage sich nicht grundlegend ändert. 38% der befragten Handwerksbetriebe bewerten ihre erwartete Geschäftslage als gut.

Zuversichtlich stimmt die Absicht der überwältigenden Mehrheit der Handwerker (81 %) auch für die weitere Zukunft an ihrem bisherigen Personalbestand festzuhalten. Mitarbeitereinstellungen wollen in den kommenden Monaten fünf Prozent der Befragten vornehmen. 14% aller Befragten (Sommer 2009 21%) gehen davon aus, sich von Mitarbeitern trennen zu müssen.