HWK OMV

Wirtschaftliche Stabilität im Handwerk

Rostock, Neubrandenburg, 12. April 2013


Die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) zum ersten Quartal 2013 zeigt die wirtschaftliche Stabilität im regionalen Handwerk. Insgesamt bieten im Bereich der HWK zur Zeit 12 600 Handwerksbetriebe ihre Produkte und Dienstleistungen an.

 

(653 Handwerksunternehmen haben auf diese Umfrage geantwortet.)

Das Gesamthandwerk im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) ist mit seiner wirtschaftliche Situation zufrieden. Der Geschäftsklimaindex, der die momentane und die zukünftig erwartete Geschäftslage abbildet, ist im Vergleich zum Herbst 2012 zwar leicht gesunken, erreichte aber immer noch ein hohes Niveau im Vergleich der letzten zehn Jahre. „Diese positive Grundstimmung wird in den wichtigsten Indikatoren wie Auftragsbestand, Betriebsauslastung oder Umsatzentwicklung in fast allen Branchen deutlich. Rund 45 Prozent der befragten Handwerksbetriebe gaben für die ersten drei Monate dieses Jahres eine 50 - 80-prozentige, ein Drittel der Unternehmen eine 80 - 100-prozentige Betriebsauslastung an“, so Claudia Alder, Hauptgeschäftsführerin der HWK Ostmecklenburg-Vorpommern. Infolge des langen Winters gab es im Bauhauptgewerbe jedoch eine leichte Abkühlung. Das Ausbaugewerbe konnte im ersten Quartal hingegen die beste Betriebsauslastung verzeichnen. Die bereits in den Konjunkturumfragen aufgezeigten zurückhaltenden bzw. negativen Bewertungen der Wirtschaftslage im Kfz–Handwerk haben sich zu Jahresbeginn fortgesetzt. Jeder zweite Kfz–Betrieb bewertete die aktuelle Geschäftslage als schlecht.

Erfreulich ist nach den Worten von Hauptgeschäftsführerin Alder die Entwicklung des Handwerks auf dem Arbeitsmarkt: „Die kleinen und mittleren Handwerksunternehmen sichern ihren fachlichen Nachwuchs. Deshalb hielten Dreiviertel der befragten Betriebe ihre Mitarbeiterzahlen trotz saisonal bedingter wirtschaftlicher Engpässe in vielen Bereichen stabil. In den kommenden Monaten wollen 14 Prozent der Handwerksunternehmen Mitarbeiter einstellen, nur sechs Prozent planen, sich von Mitarbeitern zu trennen.“

Für die kommenden Monate prognostizieren die Handwerksbetriebe eine weitere Verbesserung und Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage. Im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe erwarten rund 90 Prozent der Betriebe eine gute bzw. befriedigende Geschäftslage. 21 Prozent der Kfz-Betriebe und 19 Prozent des Gesundheitsgewerbes gehen hingegen von einer sich verschlechternden Geschäftslage aus.

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage im Einzelnen:

Die derzeitige Geschäftslage wird von 75% der befragten Betriebe als gut bis befriedigend beurteilt – damit ist diese Einschätzung um 10 Prozentpunkte gesunken. Im Ausbaugewerbe bewerten 87% der Unternehmen die derzeitige Geschäftslage als gut bis befriedigend und liegen damit auf dem Niveau des Vorjahres. 25% der Betriebe bewerten die Geschäftslage als schlecht. Zurückhaltend sind die Aussagen aus dem Kfz- und Nahrungsmittelgewerbe.

Den derzeitigen Auftragsbestand sehen 60% der Betriebe als steigend bis gleichbleibend an. Gegenüber dem Frühjahr 2012 ergibt sich eine Senkung von 12 Prozentpunkten. Positive Einschätzungen zu den Auftragsbeständen geben das Ausbaugewerbe sowie das Handwerk für den Gewerblichen Bedarf (u.a. Feinwerkmechaniker, Elektromaschinenbauer Landmaschinenmechaniker, Kälteanlagenbauer, Metallbauer Gebäudereiniger, Informationstechniker). Gesunkene Auftragsbestände geben das Kfz-Gewerbe (53%) und das Dienstleistungsgewerbe (46%) an. Bei 46% der Betriebe (Frühjahr 2012: 45%) reichen die Auftragsbestände acht und mehr Wochen.

Die derzeitige Betriebsauslastung hat sich im Vergleich zum Frühjahr 2012 fast stabil entwickelt. 30% der Betriebe melden eine 81-100%ige Auslastung und liegen fast auf dem Niveau des Frühjahres 2012. Die beste Auslastung zeigt das Ausbaugewerbe; 51 % dieser Betriebe melden eine 81-100%ige Auslastung. Die Handwerksbetriebe des Gewerblichen Bedarfes vermelden ähnlich gute Auslastungen. Die geringste Betriebsauslastung ist im Bauhauptgewerbe und Nahrungsmittelhandwerk zu erkennen. Hier werden die Auswirkungen des Winterhalbjahres, so auch im Nahrungsmittelhandwerk mit dem sinkende Tourismus spürbar.

Die Quartalsumsätze sind im Vergleich zum Frühjahr 2012 auf dem vergleichbaren Niveau geblieben. Rund 50% der Betriebe müssen nach eigenen Angaben gesunkene Umsätze gegenüber dem Vorquartal hinnehmen, fast jeder zweite Befragte hingegen gibt konstante Umsätze an. Die höchsten Rückgänge sind in Betrieben des Bauhaupt- und des Kfz-Gewerbes zu verzeichnen.

Zur Investitionstätigkeit der Betriebe: 57% der Unternehmen haben ihre Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorquartal auf stabilem Niveau gehalten oder erhöht (Frühjahr 2012: 65%). Eine deutliche Zurückhaltung der Investitionstätigkeit ist im Kfz- und Nahrungsmittelgewerbe zu verzeichnen. Auch für das nächste Quartal wird keine Zunahme der Investitionstätigkeit erwartet.