Aus Meister-BAföG wird Aufstiegs-BAföG

Die Änderungen am Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz sind ab dem 1. August 2016 in Kraft. Meisterschüler und andere Weiterbildungsinteressierte können sich vor allem auf eine Erhöhung der Fördersätze freuen.

Wer wird gefördert?

Handwerker und andere Fachkräfte, die sich auf einen Fortbildungsabschluss vorbereiten wollen (z. B. Meister, Ausbildung der Ausbilder, Betriebswirt/in usw.). Es gibt mehr als 700 mit dem Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG) förderfähige Fortbildungen.

Voraussetzung

Eine nach der Handwerksordnung (HwO) oder dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannte abgeschlossene Erstausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss. Der angestrebte berufliche Abschluss muss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen. Häufig ist daher eine abgeschlossene Erstausbildung Voraussetzung für die Prüfungszulassung zur Fortbildungsprüfung und damit die AFBG-Förderung einer Vorbereitungsmaßnahme.

Geförderte Maßnahmen:
  • Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung
  • Fortbildung für anerkannte Fortbildungsabschlüsse, z. B. Betriebswirt/in (HWK), Techniker
  • mediengestützte Fortbildung (Ergänzung durch Präsenzunterricht im Umfang von mindestens 400 Unterrichtsstunden sowie Durchführung von regelmäßigen Erfolgskontrollen notwendig)
  • Lehrgänge, die bei zertifizierten Anbietern mit entsprechendem Qualitätssicherungssystem stattfinden

Neu: Für Maßnahmen, die nach dem 01.08.2016 beginnen, können auch Fortbildungen mit AFBG gefördert werden, die auf einen Aufstiegsfortbildungsabschluss vorbereiten, für den die öffentlich-rechtlichen Prüfungsregelungen neben einem Erstausbildungsabschluss auch Prüfungszugänge über eine andere Vorqualifikation ermöglichen (z.B. für Studienabbrecher oder Abiturienten mit Berufspraxis). Die Reihenfolge der Prüfungen (Aus- vor Fortbildung) muss erhalten bleiben. Eine Unterhaltsförderung mit AFBG während einer noch laufenden Ausbildung ist ausgeschlossen, da der Arbeitgeber in der Regel zur Zahlung einer Ausbildungsvergütung verpflichtet ist.

Neben Deutschen sind auch Ausländer/innen AFBG-berechtigt, wenn sie eine gesicherte Bleibeperspektive in Deutschland haben. Das AFBG stellt hier die gleichen Anforderungen wie das BAföG an Studierende. Bestimmte Aufenthaltstitel berechtigen so unmittelbar zur Aufnahme einer AFBG-geförderten Aufstiegsfortbildung, andere erfordern zusätzlich eine bestimmte Mindestaufenthaltsdauer. Die konkreten Anforderungen ergeben sich jeweils unmittelbar aus § 8 AFBG.

Wenn ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin bereits in der Vergangenheit mit Aufstiegs-BAföG gefördert worden ist, schließt dies regelmäßig eine erneute Förderung aus.
Von diesem Grundsatz gibt es allerdings eine Reihe Ausnahmen: So kann ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin ähnlich wie ein Studierender, der für ein Bachelor- und ein anschließendes Masterstudium mit BAföG gefördert wird, erneut gefördert werden, wenn der Abschluss, auf den sich der Teilnehmer bereits mit einer AFBG-Förderung vorbereitet hat, den Zugang zur Prüfung erst eröffnet hat, für die nun eine erneute geförderte Vorbereitung angestrebt wird.

Wichtig

Die Förderung erfolgt unabhängig davon, ob die Maßnahmen in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden.

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Vollzeit

  • mindestens 400 Unterrichtsstunden (Teilnahme am Unterricht erforderlich, Selbstlernphasen werden nicht gefördert)
  • mindestens 24 Kalendermonate, jedoch höchstens innerhalb von 36 Kalendermonaten (bei Maßnahmen, die ab dem 01.08.2016 beginnen, Abzug der Blockferienwochen, Vollzeit-Fortbildungsdichte muss in 70 % der verbleibenden Wochen eingehalten werden)
  • vier Werktage pro Woche mit mindestens 25 U-Std.

Teilzeit

  • mindestens 18 Unterrichtsstunden pro Monat
  • mindestens 400 Unterrichtsstunden
  • innerhalb von 48 Kalendermonaten
  • innerhalb von acht Monaten mindestens 150 Unterrichtsstunden
  • Fernlehrgänge als Teilzeitmaßnahmen, wenn sie die Fördervoraussetzungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) erfüllen und zusätzlich den Anforderungen des Fernunterrichtsschutzgesetzes entsprechen

In welcher Höhe wird gefördert?

Grundsätzlich gilt:

- Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu:
  • davon Zuschussanteil:
  • Darlehenserlass bei Prüfungserfolg:
15.000,00 €
40 %
40 %
- Kosten für das Meisterstück bis zu:
  • davon Zuschussanteil:
2.000,00 €
40 %
- für Alleinerziehende Kinderbetreuungszuschlag:130,00 €
- Beitrag zum Lebensunterhalt (monatlich) bis zu:
  • Zuschussanteil:
768,00 €
50 %
- Aufschläge für Verheiratete/Verpartnerte bis zu:
  • Zuschussanteil:
235,00 €
50 %
- Aufschläge je Kind: bis zu
  • Zuschussanteil:
235,00 €
55 %

 Folgende Vermögensfreibeträge gelten:

Teilnehmende:45.000,00 €
Ehegattin/Ehegatte bzw. eingetragene Lebenspartnerin/
eingetragener Lebenspartner:
2.100,00 €
je Kind:2.100,00 €

 Die Gesamtsumme der Förderung wird für jeden Antragsteller individuell berechnet.

Wo kann BAföG beantragt werden?

Die Antragstellung erfolgt bei den Förderämtern der Länder.
Eine aktuelle Liste der Förderämter ist unter dem Link https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/antrag-online-stellen-1709.html veröffentlicht. Bei erfolgter Bewilligung des Aufstiegs-BAföGs besteht ein Anspruch auf Abschluss eines Darlehensvertrages mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), 53170 Bonn. Das Darlehen ist während der Dauer der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit – insgesamt maximal bis zu sechs Jahre – zins- und tilgungsfrei. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern beraten Sie gern.

Nähere Informationen erhalten Sie unter http://www.aufstiegs-bafoeg.de
oder der gebührenfreien Hotline unter 0800-6223634.



Felix Frank

Sachbearbeiter Fort- und Weiterbildung

Schwaaner Landstraße 8
18055 Rostock
Tel. 0381 4549-192
Fax 0381 4549-199
frank.felix--at--hwk-omv.de

Ulrike Michalok

Sachbearbeiterin Fort- und Weiterbildung

Schwaaner Landstraße 8
18055 Rostock
Tel. 0381 4549-195
Fax 0381 4549-199
michalok.ulrike--at--hwk-omv.de

Sören Hohn

Sachbearbeiter Fort- und Weiterbildung

Friedrich-Engels-Ring 11
17033 Neubrandenburg
Tel. 0395 5593-163
Fax 0395 5593-190
hohn.soeren--at--hwk-omv.de