Titelbild Katalysatornachrüstung
HWK OMV

Neuer Aufruf: Förderung von Katalysatornachrüstung

Handwerker- und Lieferfahrzeuge können in der Nachrüstung eine Katalysatorsystems unter Umständen gefördert werden - bis zum 29. Februar

Neuer Aufruf bis zum 29. Februar 2020

Zur Verbesserung der Luftqualität in der von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Regionen, fördert der Bund die Nachrüstung von Handwerker- und Lieferfahrzeugen mit Katalysatoren zur Stickstoffdioxidreduzierungen. Eine Förderung ist auch möglich wenn ein Betrieb nennenswerte Aufträge in der betroffenen Region hat.

Am 1. Oktober 2019 trat durch die Veröffentlichung im Bundesanzeiger ein neuer Förderaufruf für die Nachrüstung von leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen („LHLF“, ab 2,8 bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, zGG) und von schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen („SHLF“ ab 3,5 bis 7,5 Tonnen zGG) in Kraft, der bis zum 29. Februar 2020 läuft.



Vergabeprinzip

Die Förderung basiert auf zwei Förderrichtlinien:

Einmal für leichte Fahrzeuge zwischen 2,8 bis 3,5 Tonnen zGG und zum anderen für schwere Fahrzeuge ab 3,5 bis 7,5 Tonnen zGG. Die Antragstellung erfolgt im Rahmen von „Aufrufen“. Der aktuelle Aufruf läuft bis zum 29. Februar 2020. Das Budget ist begrenzt. Anträge aus Städten mit Dieselfahrverboten werden priorisiert. Weitere Aufrufe werden folgen.



Förderquote abhängig von Unternehmensgröße

Die Förderquote, abhängig von der Unternehmensgröße, beträgt bis zu 80 Prozent der System- und externen Einbaukosten, allerdings gedeckelt auf 3.000 Euro für leichte Fahrzeuge und 4.000 Euro für schwere Fahrzeuge. Im Allgemeinen werden Nachrüstungen von Fahrzeugen der Schadstoffklasse Euro 3 bis 5 beziehungsweise I bis V gefördert. Details dazu können den Förderrichtlinien entnommen werden.



Ablauf Antragstellung

Eine Antragstellung erfolgt über das Förderportal easy-Online. Zur Bekanntgabe des neuen Aufrufs, Mitte Juli 2019, gab es noch keinen genehmigten Nachrüstsatz für leichte Nutzfahrzeuge und schwere Nutzfahrzeuge. Mit der Antragstellung können die Mittel allerdings reserviert werden.



Die wichtigsten Aussagen des neuen Aufrufs im Überblick

Für das Handwerk relevante Änderungen gegenüber den ersten Förderaufrufen
sind nicht erkennbar.

Weiterhin gilt eine Maximalförderung für LHLF in Höhe von 3.000 Euro bzw. für
SHLF in Höhe von 4.000 Euro.

Der ZDH hatte bereits berichtet, dass auf Basis der von der EU-Kommission vorgenommenen Notifizierung der Förderrichtlinien ab Juli 2019 eine Erhöhung der Förderquote auf bis zu 80 % der System- und externen Einbaukosten erfolgt ist. Die
absolute Deckelung gilt für die Bundesmittel jedoch unabhängig davon, weshalb eine
vollständige Ausschöpfung der 80 % de facto nicht möglich ist.

Weiterhin ist eine Kumulierung mit Fördermitteln Dritter (z.B. der Länder) auf eine
Förderhöhe von bis zu 95 % möglich. Die absoluten Deckelungen, die im Förderaufruf
genannt werden, gelten bei Aufstockung mit diesen Drittmitteln nicht. Ob die
Länder solche ergänzenden Programme anbieten, ist jeweils vor Ort zu klären.

Wir weisen erneut darauf hin, dass im Bereich der beiden Förderrichtlinien für
Handwerker- und Lieferfahrzeuge seit Juli 2019 auch Fahrzeuge der Fahrzeugklassen
M1 und M2 (Pkw-Bauarten) antragsberechtigt sind (innerhalb der vorgegebenen
Gewichtsgrenzen). Es können also auch sehr schwere „Pkw“ (gemäß Zulassung)
gefördert werden, wenn sie die Gewichtsgrenze von 2,8 t überschreiten.

Die Liste der förderfähigen Städte bezieht sich auf die 65 Städte, die 2017 den
Grenzwert für NO2 im Jahresmittel überschritten haben. (Anhang II der Förderrichtlinie)
Wir weisen darauf hin, dass das BMVI zeitweise eine Liste mit Städten auf
Basis der Werte des Jahres 2018 veröffentlicht hatte. Diese Liste wurde wieder zurückgezogen.

Weitere Aufrufe sollen folgen. Die Fördersumme des aktuellen Aufrufs beträgt 70
Millionen Euro (LHLF) bzw. 30 Millionen Euro (SHLF). Weiterhin läuft das Gesamtprogramm bis Ende 2020.

Innerhalb des aktuellen Förderaufrufes werden Förderanträge weiterhin nach drei
Stufen priorisiert: a) Anträge aus Städten, wo bereits Fahrverbote für Dieselfahrzeuge bestehen, b) Anträge aus Kommunen ohne Zufahrtsbeschränkungen mit einer NO2-Belastung von 45 μg/m3 oder mehr und c) Anträge von Antragstellern aus weniger belasteten Kommunen, die sich auf die Nachrüstung von zehn leichten bzw. schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen oder mehr beziehen, werden bevorzugt gefördert. Kann nicht allen dieser Anträge entsprochen werden, werden sie absteigend nach der Anzahl der nachzurüstenden Fahrzeuge gereiht. (Zu beachten sind fehlerhafte Formulierungen in der Richtlinie, die fälschlich Bezug auf „schwere Kommunalfahrzeuge“ nehmen.)



Überblick über die zugelassenen Nachrüstsätze

Einen Überblick über die vom Kraftfahrtbundesamt zugelassenen Nachrüstsätze finden sier hier .

Mit Verfügbarkeit der Nachrüstsätze ist nach Angaben der Hersteller Ende Oktober oder im November 2019 zu rechnen. Interessierte Betriebe sollten sich bei ihren Kfz- Werkstätten nach der Verfügbarkeit erkundigen. Die Hersteller von Nachrüstsätzen sind zudem an (unverbindlichen) Interessenbekundungen von Betrieben auch hinsichtlich bislang nicht einbezogener Fahrzeugtypen interessiert, um ggf. weitere Zulassungen planen zu können.

Die Firmen, die derzeit an Nachrüstsätzen arbeiten bzw. von denen, unter anderem auch für PKW, Nachrüstsätze zugelassen sind, sind folgende:

HJS
post@transporter-nachrüstung.de

Firma Baumot-Twintec
https://dieselnachrüstung.eu/

Firma Dr. Pley
https://www.clean-for-future.com/

Veröffentlichungen im Bundesanzeiger

Bekanntmachung 2,8 - 3,5 Tonnen zGG

Bekanntmachung 3,5 - 7,5 Tonnen zGG



Förderportal easy-Online

Zum Förderportal easy-Online



Förderabwicklung

Zuständig ist die BAV, welche ebenfalls eine Hotline unter der Tel.-Nr. +49 (0)4941 602-788 und eine Service-E-Mail (Diesel-HWNR@bav.bund.de) anbietet.

Zitat: "Der Projektträger leistet auf Wunsch vorab eine allgemeine Beratung der Antragsteller und übermittelt seine Einschätzung zur Konformität der Antragsentwürfe mit den Anforderungen der Förderrichtlinie unverzüglich."



 Ansprechpartner

Norbert Günther

Tel. 0381 4549-163
Fax 0381 4549-167
guenther.norbert--at--hwk-omv.de