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20. Hanse Sail Business Forum

Norddeutschland muss seine Chancen als Pionierland für grüne und digitale Innovation nutzen

Gut 150 Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sind heute zum Hanse Sail Business Forum (HSBF) in der StadtHalle Rostock zusammengekommen. Das Interesse an dem Forum war weitaus größer, doch begrenzten die Corona-Schutzmaßnahmen den Teilnehmerkreis. Das HSBF war bereits das 20., es ist damit gerade einmal zehn Jahre jünger als die Hanse Sail. Dieses Jahr widmete es sich der Klimaneutralität und nachhaltigem Wirtschaften im Ostseeraum – einem Thema, wie es angesichts steigender Temperaturen und daraus folgenden politischen Maßnahmen aktueller nicht hätte sein können. Klar war: Es ist mit einschneidenden Veränderungen zu rechnen, die die Unternehmen spüren werden. Für sie kommt es darauf an, „auf welche konkreten Neuerungen sie sich direkt oder in ihrem wirtschaftlichen Umfeld in den kommenden Jahren einstellen müssen“, wie Thorsten Ries, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock eingangs in seiner Begrüßung sagte. Die anstehenden Herausforderungen könnten, so Ries, nur mit einer starken Wirtschaft gelingen. Die Politik sei ebenso gefordert, gute Rahmenbedingungen für Klimaschutzmaßnahmen zu schaffen. Dies sehen auch Ulf Mauderer, der Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Rostock – Mittleres Mecklenburg e.V., und Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern so. Mit der IHK zu Rostock bilden sie den Initiativkreis der Wirtschaft. Der Handwerkskammer-Präsident betont: „Nachhaltigkeit wird im Handwerk täglich gelebt. Gerade im ländlichen Raum sichern beispielsweise im Nahrungsmittelhandwerk regionale Wirtschaftskreisläufe die Qualität, schonen die Umwelt und tragen zum Ausbau der Arbeitsplätze bei. Die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Markt mit den damit verbundenen Materialengpässen z.B. im Holzbereich zeigen jedoch, dass wir deutschland- und europaweit künftig noch intensiver Kreisläufe und kürzere Wege zwischen Produktion/ Anbietern, Lieferanten und Unternehmern schaffen müssen.“

 

Halle HSBF
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Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte in ihrem Grußwort, es gehe nicht mehr um das „Ob“, sondern längst um das „Wie“ des nachhaltigen Wirtschaftens – das hätten auch die Unternehmen längst erkannt. Sie lobte die gute Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft, beispielsweise auch in der Außenwirtschaft – so könne man auch in anderen Bereichen zusammenarbeiten.

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen sieht als wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Projektumsetzungen in der Nachhaltigkeit, dass jeder Verantwortung übernimmt und bei sich beginnt.

Den Impulsvortrag hielt Prof. Dr. Henning Vöpel, bis vor Kurzem Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts und Vorsitzender des MV-Zukunftsrates. Der Titel seines Vortrags stimmte positiv: „Nachhaltige Wirtschaft und grüne Innovation – eine Jahrhundertchance für MV“. Da Nachhaltigkeit und Digitalisierung die Karten neu mischten, habe Mecklenburg-Vorpommern beste Chancen aufzuholen. Das könne beispielsweise mit einem frühen und konsequenten Handeln, mit einer zielgerichteten Erhöhung der Aktivitäten in Forschung und Entwicklung und Nutzung von selbstverstärkenden Cluster-Effekten gelingen. Prof. Vöpel: „Aktivität löst Aktivität aus, Wissen zieht Wissen an“. Die drei großen „I“ des Fortschritts lauteten Innovation – durch das Erzeugen von Lösungen -, Infrastruktur – durch das Schaffen von Angeboten – und Institutionen, die Neues ermöglichten. Inwiefern diese Chancen unser Nachbarland Dänemark bereits für sich genutzt hat, berichtete Reiner Perau. Er ist Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer. Er machte deutlich, dass in vielen der dänischen Errungenschaften rund um Nachhaltigkeit stets auch eine Menge Arbeit steckt.

Mit Klaus Schirmer gab ein Unternehmenspraktiker Einblicke in emissionsfreie Energieversorgungssysteme aus Rostock. Schirmer ist Produktionsmanager bei der Exytron Vertrieb GmbH in Rostock.

Fazit des Forums: Mecklenburg-Vorpommern muss seine Chancen, die es als Pionierland für grüne und digitale Innovation hat, nun sinnvoll in enger Abstimmung zwischen Politik und Wirtschaft nutzen – je eher, desto besser.