Über­brückungs­hil­fe

Die Überbrückungshilfe bietet finanzielle Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützige Organisationen. Sie hilft, Umsatzrückgänge während der Corona-Krise abzumildern. Die Förderung ist ein gemeinsames Angebot von Bund und Ländern.

Die Überbrückungshilfe wurde verlängert.

Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können ab sofort gestellt werden. Die Antragsfrist endet am 31. Januar 2021.
Zur Überbrückungshilfe III gehört auch die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbständige". Zu den zu berücksichtigenden Kosten soll für diese Gruppe künftig eine einmalige Betriebskostenpauschale von 25 Prozent des Umsatzes im Vergleichszeitraum zählen. Unternehmen der Veranstaltungs- und Kulturbranche können zudem für den Zeitraum März bis Dezember 2020 Ausfallkosten geltend machen.




Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Organisatio­nen, Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen (unabhängig von ihrer Rechtsform),
  • die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind
  • die vor dem 31. Oktober 2019 gegründet wurden und sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren
Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Förderzeit­raum September bis Dezember 2020 sowie Umsatzein­bußen von
  • mindestens 50% in zwei zusammenhängenden Mo­naten zwischen April und August 2020 gegenüber den Vorjahresmonaten
    oder
  • mindestens 30% im Durchschnitt zwischen April und August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
  • Fortlaufende Fixkosten im Förderzeitraum, z.B.Mieten und Pachten, Zinsaufwendungen für betrieb­liche Kredite und Darlehen, Instandhaltungs­ undWartungskosten, Kosten für Energie­ und Wasserver­sorgung
  • Ausgaben für Hygienemaßnahmen, z.B. Desinfektions­mittel, mobile Luftfilteranlagen sowie Außenzelte oder Wärmestrahler
  • Kosten für Beratungsleistungen bei der Antragstellung
  • Personalkosten mit einer Pauschale in Höhe von 20% aller sonstigen geförderten Fixkosten

Mit der Überbrückungshilfe II wird für die Monate September bis Dezember 2020 ein Zuschuss von maxi­mal 50.000 Euro pro Monat gewährt, der nicht zurück­gezahlt werden muss. Die Fördersätze richten sich nach der Höhe des Umsatzeinbruchs im Förderzeitraum September bis Dezember 2020:

Umsatzrückgang
(im Fördermonat gegenüber Vorjahresmonat)
Erstattung als Überbrückungshilfe
Zwischen 30 % und unter 50 % (bisher mindestens 40 %)40 % der förderfähigen Fixkosten
Zwischen 50 % und 70 %60 % der förderfähigen Fixkosten (bisher 50 %)
Mehr als 70 %90 % der förderfähigen Fixkosten (bisher 80 %)
Personalaufwendungen für Personal, das nicht in Kurzarbeit geschickt werden kann, können durch eine Pauschale der förderfähigen Fixkosten unterstützt werden. Diese Pauschale wird verdoppelt: Um den teilweise hohen Personalkosten Rechnung zu tragen, die zum Betriebserhalt notwendig sind, steigt die Personalkostenpauschale auf 20 Prozent der förderfähigen betrieblichen Fixkosten. Bislang betrug sie pauschal 10 Prozent. Es soll damit insbesondere jenen Unternehmen geholfen werden, die weiter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung halten.
  • Verbundene Unternehmen dürfen nur einen Antrag gemeinsam stellen.
  • Private gemeinnützige Unternehmen sind antragsbe­rechtigt, wenn sie wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt tätig sind. Bei gemeinnützigen Unterneh­men wird statt auf die Umsätze auf die Einnahmen abgestellt.
  • Auch bei Fortführung eines Unternehmens durch einen Nachfolger, bei einer Umfirmierung, Umwand­lung sowie bei einem Wechsel von nebenerwerblicher zu haupterwerblicher Tätigkeit können Sie für Ihr Unternehmen einen Antrag stellen.
Wie bisher wird auch die verlängerte und erweiterte Überbrückungshilfe in einem vollständig digitalisierten Verfahren beantragt und bearbeitet. Die Mittel dafür werden von dem für die Digitalisierung der Verwaltung federführenden Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat bereitgestellt.
Die Antragstellung erfolgt auch im neuen Verfahren über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt), der das beantragende Unternehmen meist schon gut kennt. Dank dieser Vorprüfung können die Anträge zügig beschieden und die Hilfen schnell ausgezahlt werden. Die Antragskosten werden den betroffenen Unternehmen mit dem gleichen Satz erstattet wie die übrigen förderfähigen Fixkosten.
Die verlängerte, ausgeweitete und vereinfachte Überbrückungshilfe bezieht sich auf die Monate September bis Dezember 2020.
Die Antragsfrist endet am 31. Januar 2021.
Die Antragsbearbeitung und die Auszahlung der Überbrückungshilfe übernehmen die Bewilligungsstellen der Bundesländer. Einen Überblick über die Bewilligungsstellen der 16 Länder finden Sie hier.
Die Bundesregierung gewährt eine außerordentliche Wirtschaftshilfe (Novemberhilfe) in Form von Zuschüssen für Unternehmen, Selbstständige und Einrichtungen, die von den für November 2020 beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona­Pandemie besonders betroffen sind. Diese wird zusätzlich zu den laufenden Überbrückungs­hilfen angeboten. Die von den aktuellen Schließungen betroffenen Unternehmen können in jedem Fall die Überbrückungshilfe II beantragen. Diese wird auf die Novemberhilfe angerechnet.