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Fort- und Weiterbildung einschl. Meistervorbereitung und Prüfungswesen

Corona-Pandemie und die Folgen für das Prüfungswesen im Handwerk

Sollte der Ersatztermin für die Prüfung nach Ende der Vertragsdauer eines Berufsausbildungsverhältnisses liegen, verlängert sich dieses nach dem Gesetz nicht automatisch bis zu dem Ersatztermin. Es liegt kein Fall des § 21 Absatz 3 BBiG (Nichtbestehen der Abschlussprüfung) vor.

Im Einzelfall kann eine Verlängerung des Ausbildungsvertragsverhältnisses nach § 27 c Absatz 2 HwO / § 8 Absatz 2 BBiG auf Antrag des/der Auszubildenden in Betracht kommen, wenn dargelegt wird, dass das Erreichen des Ziels der Berufsausbildung (Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit) noch nicht erreicht worden ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn bereits vor dem entfallenden Prüfungstermin wesentliche Teile der Ausbildungszeit ausgefallen sind (z. B. wegen Quarantänemaßnahmen, Betriebsschließungen, Berufsschulschließung, Ausfall von ÜLU o. ä.).

Damit Auszubildende bis zu ihrem Prüfungsabschluss in der Ausbildung bleiben und sich im Betrieb auf die Prüfung vorbereiten können, wird empfohlen, dass Handwerkskammern Anträgen auf Verlängerung der Ausbildung bis zum nächsten Prüfungstermin wegen der atypischen Ausnahmesituation der Corona-Epidemie großzügig - in Analogie zu § 27 c Absatz 2 HwO / § 8 Absatz 2 BBiG - stattgeben. Der Betrieb hat hier ein Anhörungsrecht, so dass er seine Belange einbringen, nicht aber eine sachgerechte Entscheidung der Kammer verhindern kann. Auf diese Weise sind sowohl Auszubildende als auch Betriebe in die Entscheidung eingebunden.

Sofern Teil 1 einer gestreckten Prüfung aufgrund der aktuellen Pandemielage abgesagt werden muss, bleibt die Durchführung von Teil 2 der Prüfung davon grundsätzlich unberührt. Sofern es möglich ist, Teil 2 der Prüfung im üblichen Prüfungszyklus durchzuführen, ist die ausgefallene Teil 1-Prüfung entweder davor oder im zeitlichen Zusammenhang mit der Teil 2-Prüfung durchzuführen. Wenn es aus organisatorischen Gründen geboten ist, kann in dieser Sondersituation die Teil 1-Prüfung auch auf einen Zeitpunkt nach Durchführung des zweiten Prüfungsteils fallen. Die Zulassung zur Teil 2-Prüfung ist in diesen Fällen gem. § 36 a Absatz 3 Nr. 3 HwO rechtlich möglich.

Sofern Zwischenprüfungen aufgrund der aktuellen Pandemielage abgesagt werden müssen, ist zu prüfen, ob eine Nachholung zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll ist.

Zweck der Zwischenprüfungen ist es, eine Zwischenbilanz zum Leistungsstand für Ausbildende und Auszubildende zu geben. Sofern ein Nachholtermin nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung angeboten werden könnte, wird dieser Zweck nicht mehr
erreicht. Zur Entlastung der Prüflinge und deren Ausbildungsbetriebe können bei unvermeidbarem ersatzlosem Wegfall der Zwischenprüfung die verantwortlichen Kammern und Innungen bei der Zulassung zur Gesellen-/Abschlussprüfung ausnahmsweise auf den Nachweis der Zwischenprüfung verzichten.

Kann eine Zulassung zur Prüfung erfolgen, wenn die Auszubildenden über einen längeren Zeitraum keinen Berufsschulunterricht erhalten haben und/oder der Ausbildungsbetrieb geschlossen war?

Grundsätzlich gilt § 36 Absatz 1 Nr. 1 HwO. Danach besteht ein Anspruch auf Prüfungszulassung, wenn die Ausbildungsdauer zurückgelegt worden ist oder diese nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet. Es kommt dabei nicht nur auf den zeitlichen Ablauf der Ausbildungsdauer an, sondern auch darauf, dass während der Ausbildungszeit die Ausbildung an beiden Lernorten tatsächlich stattgefunden hat. Auch die überbetriebliche Ausbildung ist dabei zu berücksichtigen. Als Faustregel gilt, dass bei einem Ausfall von Ausbildungszeit im Umfang von weniger als 15 % der Ausbildungsdauer von Geringfügigkeit auszugehen ist, sodass eine Zulassung dennoch erteilt werden kann.

Im Übrigen sind die Umstände des Einzelfalls bei der Prüfungszulassung zwingend zu berücksichtigen. So ist es beispielsweise möglich, dass Berufsschulunterricht über Lernplattformen erteilt worden ist, sodass der Ausfall des Präsenzunterrichts nicht in
vollem Umfang als Fehlzeit zu werten ist.

Sind beide Parteien des Ausbildungsverhältnisses daran interessiert, die Ausbildung zu verlängern, um ausgefallene Ausbildungszeit nachzuholen, sollten die Handwerkskammern entsprechende Anträge genehmigen.





Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)
  • Die Bildungszentren in Rostock und Neustrelitz sind voraussichtlich bis 10. Mai 2020 geschlossen.
  • Als Auszubildende setzen Sie sich bitte mit Ihrem Betrieb in Verbindung. Grundsätzlich besteht eine Arbeitsverpflichtung.

Ansprechpartner

Matthias Müller
Bildungsstättenleiter Rostock

Tel. 0381 4549-298
Fax 0381 4549-199
mueller.matthias--at--hwk-omv.de

Falk Stiller
Bildungsstättenleiter Neustrelitz

Tel. 03981 2477-11
Fax 03981 2477-30
stiller.falk--at--hwk-omv.de



Fort- und Weiterbildung
  • Alle Kurse der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, die im Zeitraum vom 16.03.2020 bis zum 10.05.2020 stattgefunden hätten, sind abgesagt und werden verschoben.
  • Der laufende Unterrichtsbetrieb ist ausgesetzt.
  • Momentan suchen wir nach Möglichkeiten, Ihnen die Unterrichtsmaterialien anderweitig zur Verfügung zu stellen.
Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise zum Aufstiegs-BAföG  hier.
Prüfungen
  • Alle Prüfungen der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern werden zunächst bis zum 10.05.2020 ausgesetzt.
  • Bereits terminierte Prüfungen werden nach diesem Zeitpunkt unter Berücksichtigung der Vorschriften zum Infektionsschutz wie geplant durchgeführt werden.
  • Abgesagte Prüfungstermine werden spätestens ab Juni 2020 nachgeholt.
  • Die neuen Prüfungstermine werden Ihnen rechtzeitig, in Abhängigkeit der aktuellen Situation, bekannt gegeben.

Ansprechpartner

Kathleen Werner
Abteilungsleiterin Bildung

Tel. 0381 4549 170
Fax 0381 4549 199
werner.kathleen--at--hwk-omv.de

Grundsätzliche Informationen
  • Die ersten ÜLU-Kurse finden somit voraussichtlich ab dem 10.05.2020 wieder statt, sofern die Situation dies zulässt.
  • Über eine Wiederaufnahme des Kursbetriebs informieren wir Sie rechtzeitig.
  • Informieren Sie sich bitte auch weiterhin über unsere Internetseiten.
  • Die Verwaltungen der Handwerkskammer und die Bildungsstätten sind unter den bekannten Kontaktdaten erreichbar.