v.l. Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern; Thomas Feddel, Betriebsleiter Autohaus Kopischke in AT; Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern; Peter Kuboth, Geschäftsführer Altentreptower Autohaus Kopischke GmbH und Thomas Besse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neubrandenburger Arbeitsagentur während des Betriebsrundgangs im Autohaus
v.l. Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern; Thomas Feddel, Betriebsleiter Autohaus Kopischke in AT; Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern; Peter Kuboth, Geschäftsführer Altentreptower Autohaus Kopischke GmbH und Thomas Besse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neubrandenburger Arbeitsagentur während des Betriebsrundgangs im Autohaus

"zunehmende Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt"

Gemeinsame Pressekonferenz: Arbeitsagentur und Kammern ziehen gemeinsam Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2017/2018 in der Seenplatte!

In den vergangenen Wochen haben hunderte Jugendliche aus dem Seenplattelandkreis ihre duale Ausbildung begonnen. Für sie ist mit dem Ausbildungsbeginn der Start in eine erfolgreiche Zukunft geglückt. Gemeinsam mit Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern und Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, zog Agenturchef Thomas Besse heute auf der Jahrespressekonferenz im Autohaus Kopischke in Altentreptow eine Bilanz des Ausbildungsjahres 2017/18 und legte die weiteren Aufgaben am Lehrstellenmarkt dar.


Altentreptow: "Eine gute Ausbildung ist die Grundlage einer erfolgreichen Zukunft - sowohl für jeden Einzelnen als auch für uns alle als Gesellschaft. Und dabei waren die Chancen auf einen attraktiven Ausbildungsplatz und eine interessante Karriere für Jugendliche in unserer Region nie so gut. Unsere Betriebe bieten anspruchsvolle Ausbildungsberufe und attraktive Perspektiven. Damit haben Jugendliche alle Voraussetzungen um einen Beruf zu finden, der ihren eigenen Interessen am besten entspricht." Darin sind sich Besse, Haasch und Hopf einig.

Von Oktober 2017 bis Ende September 2018 hatten sich insgesamt 1.591 Jugendliche bei der Neubrandenburger Arbeitsagentur, den beiden Jobcentern im Landkreis und im JugendserviceMSE gemeldet, die einen Ausbildungsplatz suchten. Die Zahl ist im Vergleich zu 2017 (+80) leicht gestiegen. Darunter waren auch 85 junge Ausländer, die als Bewerber die Voraussetzungen für eine duale Ausbildung erfüllen.

Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen ist um 41 auf 1.792 leicht gesunken. Ende September 2018 hatten 111 Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz, 18 mehr als 2017. Der Agenturchef betont: „Wir begleiten diese Jugendlichen weiter, damit sie einen Ausbildungsplatz finden. Die Zahl der unbesetzten gemeldeten Ausbildungsstellen ging um 18 auf 150 zurück. Die Berufsberatung im JugendserviceMSE – kurz: ‚JuSe‘ in der Seenplatte nutzt alle Möglichkeiten, um in Gemeinsamkeit mit der IHK und der Handwerkskammer auch jetzt noch Jugendlichen eine der freien Lehrstellen zu vermitteln.

Thomas Besse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neubrandenburg zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt: „Nie waren die Chancen für Schülerinnen und Schüler auf einen attraktiven Ausbildungsplatz im Seenplattelandkreis so gut. Gleichzeitig ist es für viele Betriebe schwieriger geworden, ihre Lehrstellen zu besetzen. Das Problem auf dem hiesigen Ausbildungsmarkt: Die angebotenen freien Ausbildungsplätze und die Wünsche der Bewerber passen oftmals nicht zusammen (sog. Mismatch) – wer Mechatroniker/in in Neubrandenburg werden möchte, wird eben schwer für eine Fleischerlehre in Demmin zu gewinnen sein. Zum anderen ist das Interesse an den Branchen ungleich verteilt. Der Einzelhandel beispielsweise ist bei Jugendlichen immer noch gefragt, Bäcker will hingegen kaum noch einer werden. Jetzt geht es darum, die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten der Arbeitsagenturen zu nutzen, damit möglichst wenige Stellen unbesetzt und Bewerber unversorgt bleiben. Eine Herausforderung für viele Unternehmen wird es, in den kommenden Jahren das altersbedingte Ausscheiden qualifizierter Mitarbeiter aufgrund ihres Renteneintritts zu ersetzen. Über 16.000 Beschäftigte werden in den kommenden zehn Jahren fehlen. Die Mehrzahl mit einer dualen Berufsausbildung. Und wenn man jetzt berücksichtigt, dass es bis zu fünf Jahre dauert, bis Berufseinsteiger das Erfahrungsniveau vollwertiger Fachkräfte erreicht haben, wird klar, wie wichtig es ist, in den Nachwuchs zu investieren. Bereits viele unserer Betriebe haben die Zeichen der Zeit erkannt und wenden sich auch den jungen Menschen zu, die nicht nur Einsen und Zweien auf dem Schulzeugnis haben. Gleichzeitig appelliere ich an die Unternehmen, die sich damit noch schwertun: Bitte geben Sie auch denjenigen eine Chance zu beweisen, was sie können, die erst auf den zweiten oder dritten Blick überzeugen. Um es deutlich zu sagen, es ist wichtig, heute zu beginnen, morgen ist es zu spät. Mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen leisten wir gern unseren Beitrag dazu.“

Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern: „Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung im Bereich der Handwerkskammer auf höchstem Niveau stabilisiert hat. So beträgt die durchschnittliche Auftragsreichweite derzeit mehr als 10 Wochen. Eine Konjunkturbremse sind die fehlenden Fachkräfte. Die Folgen der demografischen Entwicklung sind deutlich zu spüren. Deshalb freuen wir uns, dass es seit 2014 – wenn auch in kleinen Schritten – im Kammerbereich einen Zuwachs an neuen Ausbildungsverträgen gibt. So haben bis heute 1305 Jugendliche eine Ausbildung in einem der 130 handwerklichen Ausbildungsberufe im Kammerbereich begonnen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 3,7 Prozent. Zugleich werden von den regionalen Handwerksunternehmen ca. 200 freie Lehrstellen angeboten. Dies betrifft alle handwerklichen Branchen, vor allem jedoch das Elektrohandwerk, die Nahrungsmittelhandwerke und den Anlagenmechaniker im SHK – Handwerk. Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer, die kostenfreie LehrstellenApp und die Lehrstellenbörse unter www.hwk-omv.de bieten Lehrstellensuchenden und deren Eltern Unterstützung bei der Berufsorientierung.

Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern: „Mit 1321 Ausbildungsplätzen haben wir das Vorjahresergebnis erreicht. Bis zum Dezember werden wir weitere Besetzungen registrieren. Seit Jahren setzen wir bei der Gewinnung von Auszubildenden für die duale Berufsausbildung auf ein Bündel von Maßnahmen. Dazu gehört die seit zehn Jahren stattfindende Lehrstellenbörse, die Firmen und Schüler direkt zusammenführt, die Installation von Karrieremonitoren an inzwischen 20 Gymnasien und Gesamtschulen in der IHK-Region Hier informieren wir in Gemeinsamkeit mit den Unternehmen über die betrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen in den Unternehmen. Seit gut einem Jahr sind im Auftrag der IHK Ausbildungsbotschafter unterwegs, also Auszubildende, die aus eigenem Erleben über die Vorzüge einer dualen Berufsausbildung und die Vielfalt der beruflichen Chancen Gleichaltrige informieren. Wir haben den Wettbewerb um die „Beste Neunte“ initiiert, werben mit unsrer Abi-Broschüre bei Gymnasiasten für die Berufsausbildung und werden am 8. November in Neubrandenburg unter dem Motto #GemeinsamBilden rund 200 Partner der beruflichen Bildung zusammenführen, um über neue Formen der Zusammenarbeit zu diskutieren.“