Politik verspricht - Handwerk zahlt?

HWK OM-V

Handwerkskammer appelliert an die Landesregierung, sich für den Stopp der Entlastungsprämie einzusetzen

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) tagte am 25. April in Neubrandenburg. Mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung im Handwerk forderten die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter endlich Entlastung der Betriebe durch die Bundes- und Landesregierung.

Dazu HWK-Präsident Axel Hochschild:

Wir appellieren an die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern, sich auf Bundesebene für den Stopp der Entlastungsprämie von 1000 Euro einzusetzen. Die vom Bund initiierte, aber von Dritten, nämlich den Unternehmen aufzubringende Prämie ist keine staatliche Entlastung, sondern eine staatlich angekündigte, von Unternehmen zu finanzierende Zusatzleistung. Der Bund kündigt politische Geschenke an und die Betriebe sollen die Rechnung zahlen. Gerade für viele kleine und mittlere Unternehmen ist dies ein Affront. Dieser wirtschaftspolitische Ansatz verkennt völlig die derzeitige konjunkturelle Entwicklung, die durch steigende Kosten bei Energie, Lohnnebenkosten und Rohstoffen geprägt ist.

Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern mit 12.100 Handwerksbetrieben, wären dies potenziell mehr als ca. 65 Mio. Euro!

Statt Unternehmen weiter zu belasten, die trotz hoher Kosten, Unsicherheit und Bürokratielasten jeden Monat die Löhne für ihre Mitarbeiter sichern, Ausbildung ermöglichen und unter schwierigen Bedingungen Wertschöpfung erbringen, sollte sich die Bundesregierung auf die selbst gesteckten Ziele im Koalitionsvertrag konzentrieren. Dazu gehören der Bürokratieabbau um 25 Prozent mit einem Entlastungspotential von 20 Mrd. Euro, eine Stromkostentlastung für alle - Unternehmen und Verbraucher - um 5 Cent/kWh sowie die Entlastung von Bürgern und Unternehmen von der CO2-Steuer. Diese sollte den Bürgern und Unternehmen für dringend notwendige Investitionen zurückzugeben werden. Dies entspricht einem Entlastungspotential von 18 Mrd. Euro pro Jahr.