Erfolgreiche "Macherinnen" – Frauen im Handwerk

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Fleischermeisterin Anita Glasow führt in Neukalen einen 120 Jahre alten Familienbetrieb und versorgt mit ihrem Fleischerfachgeschäft zahlreiche Kunden in der ländlichen Region mit qualitativ hochwertigen Produkten. Dachdeckermeisterin Ulrike Schätzchen aus Crivitz ist seit 2004 erfolgreiche Chefin der Dachdeckerei Krüger. Beide Unternehmerinnen engagieren sich zudem ehrenamtlich in ihren regionalen Innungen und setzen damit ein starkes Zeichen für Verantwortung und Zukunft des Handwerks.

In Mecklenburg-Vorpommern werden 5.134 von insgesamt 19.295 Handwerksbetrieben von Frauen geführt. Mit einem Frauenanteil von 26,6 Prozent liegt das Land damit über dem Bundesdurchschnitt von 24,6 Prozent. Handwerkerinnen sind somit in vielen Bereichen prägende Kraft. Sie designen und gestalten, bauen, reparieren und modernisieren.

Die Ausbildungszahlen zeigen, dass es dennoch Luft nach oben gibt. So sind von landesweit 5.552 Auszubildenden 928 Mädchen. Mit einem aktiven Schulmarketing, praxisorientierten Aktionen wie zum Girls’ Day und Tagen der offenen Tür in den Werkstätten der Bildungszentren der Handwerkskammern und in den Betrieben möchte dieser Wirtschaftsbereich auch zunehmend Mädchen für das Handwerk mit seinen 130 Ausbildungsberufen begeistern,

betont Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. Die Schülerpraktikumsprämie des Landes trage zur weiteren Motivation von Jugendlichen bei, sich handwerklich vor der Ausbildung auszuprobieren.

Neben der Berufsorientierung komme es jedoch ebenso darauf an, unternehmerisches Denken rechtzeitig in den Schulen zu vermitteln. Denn wer mehr Frauen für Führungsaufgaben, Betriebsübernahmen und Selbstständigkeit gewinnen will, muss ihnen nicht nur berufliche Wege aufzeigen, sondern auch Mut zur Verantwortung und zu unternehmerischem Handeln machen.

Dazu Präsident Uwe Lange von der Handwerkskammer Schwerin: „Soll sich der selbstständige Frauenanteil weiter erhöhen, müssen sich auch Rahmenbedingungen ändern. So darf beispielsweise eine Schwangerschaft der Betriebsinhaberin keine existenzielle Bedrohung für sie bzw. den Betrieb darstellen. Leider sind die derzeitigen Unterstützungsleistungen für Unternehmerinnen bei Schwangerschaft und Mutterschaft unzureichend und müssen dringend verbessert werden.“

Eine wertschätzende Arbeitskultur, faire Arbeitsmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind weitere zentrale Voraussetzungen dafür, dass Frauen ihren Weg im Handwerk langfristig erfolgreich gehen können – als Fachkräfte ebenso wie als Unternehmerinnen, so die Präsidenten der Handwerkskammern.

Dass Frauen im Handwerk in vielen Bereichen zur Spitze gehören, zeigen u.a. die Ergebnisse der Landeswettbewerbe im Rahmen der Deutschen Meisterschaft im Handwerk: 2025 wurden von insgesamt 33 Landessiegern zehn Gesellinnen als Beste des Landes ausgezeichnet – darunter Michelle Schröder im Fahrzeuglackiererhandwerk und Lea-Louise Bultmann im Elektrohandwerk. Viele von ihnen sehen in der Meisterausbildung bereits den nächsten Schritt auf ihrer beruflichen Karriereleiter.

Mädchen und Frauen sind damit unverzichtbare „Macherinnen“ in vielen handwerklichen Bereichen.